Programm im zweiten Halbjahr 2026

Goethegesellschaft in Augsburg e.V.

Veranstaltungsprogramm September bis Dez. 2026

 

 

 

Mittwoch 16. September 2026 um 19.00 Uhr im Lettl-Museum, Zeuggasse 9

 

Barbara Kiem, Goethe-Gesellschaft Freiburg im Breisgau

 

Mignons Sehnsucht. Vertonungen von Gedichten
aus Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“.


In diesem Vortrag hören wir Vertonungen der Mignon - Gedichte in jener Abfolge, wie 
Goethe sie in seinen Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ eingefügt hat. Von allen 
Gesängen der rätselhaften Figur Mignon wurde das Lied "Nur wer die Sehnsucht kennt" am häufigsten vertont. Ihre Klage hat im Wandel eines Jahrhunderts vielfache musikalische Ausdeutungen erfahren.
Wir widmen uns Liedern von Johann Friedrich Reichardt, Carl Friedrich Zelter, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Robert Schumann und Hugo Wolf. Im Vergleich der unterschiedlichen Musikalisierungen lässt sich Charakteristisches über die Entwicklung des deutschen Klavierlieds aufzeigen. 

 

 

 

Mittwoch 21. Oktober 2026 um 19.00 Uhr im Lettl-Museum, Zeuggasse 9

 

Prof. Dr. Helmut Koopmann, Universität Augsburg

 

Literatur und Verbrechen

 

Im späten 18. Jahrhundert war die moralische Welt noch in Ordnung: Tugend und Laster waren klar zu unterscheiden, und das Böse, das nun einmal auch in der Welt war, wurde dort sichtbar, wo jemand hässlich aussah. Aber selbst der Böse, aus der Gesellschaft verstoßen, unterwarf sich letztlich der irdischen Gerichtsbarkeit. Im Hintergrund stand ein unveränderliches Ordnungsdenken, stand (bei Schiller) der Glaube an die Gesetze und deren unbezweifelbare Macht.
Doch am Ende des Jahrhunderts gibt es (bei Kleist) Rebellion gegen einen Staat, der die Rechte des Einzelnen nicht schützt. Der Glaube an die Überlegenheit des eigenen „Rechtsgefühls“ kommt auf, auch die Frage, wieweit ein Geschädigter „Selbsthilfe“ für sich in Anspruch nehmen kann. Zwar gilt auch für Kleist noch das positive Recht, doch eine Zeitenwende wird sichtbar: Der Glaube, dass der Einzelne Mitglied einer unzerstörbaren und für alle verbindlichen gesellschaftlichen Ordnung mitsamt ihrer Gesetze sei, gegen die keine Auflehnung erlaubt ist, wird in Frage gestellt.
Bei Annette von Droste-Hülshoff schließlich gibt es so etwas wie Rechtsverwilderung: Das Ungenügen der Gesetze angesichts der Lebenswirklichkeit legitimiert das innere Rechtsgefühl immer stärker, Psychologie dringt in die Wahrheitsfindung ein. Zudem spielen soziale Faktoren eine Rolle. Man macht Umwelteinflüsse mitverantwortlich, wenn es um Rechtsfindung geht. Hinter allem steht die Frage, wieweit das Rechtsbewusstsein nach 1800 geschärft, verflacht oder völlig verändert worden ist.



Samstag 24. Oktober 2026, Abfahrt 8.00 Uhr am Fernbushalt P
&R Nord

 

Busfahrt nach Marbach am Neckar (Schillerhöhe)


Führung durch die neu gestaltete Dauerausstellung über Friedrich Schiller im Schiller-Nationalmuseum. Besuch der Jubiläumsausstellung „Und dann und wann ein weißer Elephant“ über Rainer Maria Rilke (1875-1926) im Deutschen Literaturarchiv. Mittags Zeit zur freien Verfügung. Ankunft in Augsburg ca. 19.00 Uhr.

 

Mittwoch 11. November 2026 um 18.00 (!) Uhr im Lettl-Museum, Zeuggasse 9

 

Dr. Anna Axtner-Borsutzky, Ludwig-Maximilians-Universität München

 

Goethes Abschied von der Empfindsamkeit in Briefen

 

Die 1770er-Jahre sind für Goethe eine Zeit der Ortswechsel und der Bekanntschaft mit vielen unterschiedlichen literarischen Kreisen. Sie sind vor allem auch die Zeit der beginnenden und nicht mehr abnehmenden reichhaltigen Briefproduktion. Der Vortrag beschäftigt sich mit Goethes intensivem, empfindsamen Ton in diesen frühen Briefen, der insbesondere am Austausch mit Friedrich Heinrich Jacobi gezeigt werden soll.
Allerdings ist ebenso bekannt, dass Goethe sich auch recht schnell wieder von diesen Tönen und diesen Themen abwandte; Jacobi vollzog diese Transformation nicht mit. Dies führte unter anderem zu mehreren Abbrüchen und Pausen in der Freundschaft der beiden, wie sich an der Lektüre der ausgewählten Briefe nachvollziehen lässt. Ergänzend stellt der Vortrag die Briefe in ihrer Materialität vor.

 

 

Mittwoch 9. Dezember 2026 um 18.00 Uhr (!) im LETTL-Museum, Zeuggasse 9

 

Mitgliederversammlung 2026 der Goethe-Gesellschaft in Augsburg
(Separate Einladung)

Im Anschluss daran ab ca. 19.00 Uhr:
Mitglieder lesen für Mitglieder. Vorweihnachtliches Beisammensein.

 

 

Die Goethe-Gesellschaft in Augsburg e. V. wurde 2005 gegründet und ist eine von rund 50 Ortsvereinigungen der „Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V.“ in Deutschland.

Als literarische Vereinigung bringt sie den Mitgliedern und Gästen das Leben und Werk Johann Wolfgang Goethes und seiner Zeit näher. Sie trägt zur vertieften Kenntnis des bekanntesten deutschen Dichters bei und zeigt seine Bedeutung für die Gegenwart auf.
Wir organisieren regelmäßig Vortragsabende, aber auch Lesungen und Vereinsfahrten.
Alle Literaturfreunde sind dabei willkommen. Weitere Informationen auf unserer Webseite 
http://www.goethegesellschaft-augsburg.de/.

Unser Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich abziehbar.
Bankverbindung: Stadtsparkasse Augsburg, IBAN: DE69 7205 0000 0240 7176 37.

Vorstand: Dr. Ulrich Hohoff (1. Vors.), Michael Lemster (2. Vors.), Gerdi Hellerström (Schatzmeisterin), Elke Seifert (Schriftführerin).
Adresse Vorsitzender: St.-Lukas-Str. 26, 86169 Augsburg, Tel. 0821/7471614.
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